Marder und Marderartige
Zu den echten Mardern gehören die Stein-, Baum, Bunt-, Fisch- und Fichtenmarder. Zu den maderartigen in der Gruppe der Stinkmarder werden die Iltisse, Frettchen, Mauswiesel, Hermeline und Nerze gezählt.
In der Fachsprache heißen männliche Tiere Rüden, weibliche Tiere Fähe, die Paarungszeit ist die Ranz und der Wurf mit Welpen wird als Geheck bezeichnet.
Während die Steinmarder vielen Hausbesitzern als unliebsame und lärmverursachende Untermieter auf dem Dachboden bekannt sind, fürchtet sie der Autofahrer als zerstörerischer Kobold im Motorraum.
Nicht selten hört man von den zerbissenen Kabeln und Schläuchen, die den Autofahrer zur Weißglut treiben.
Sie haben sich gut mit der Zivilisation arrangiert und ihr Bestand ist nicht gefährdet. Im Gegensatz dazu orientiert sich der Wildbestand der Iltisse offensichtlich an der Zahl der Beutetiere, der Wildkaninchen.
Mauswiesel gelten als kleinste Raubtiere der Welt. Wie ihr Name schon deutlich macht, sind sie recht nützliche Räuber, allerdings beträgt ihre Lebenserwartung kaum mehr als ein Jahr.
Das Hermelin oder auch Große Wiesel ist vielen wegen seines Fells bekannt: Im Winter ist es schneeweiß mit schwarzer Schwanzspitze. Dies erinnert sofort an die prächtigen Mäntel der Könige. Im Extremfall gebären sie bis zu 18 Jungen in einem Wurf.
Der Nerz ist in Deutschland schon seit langem ausgestorben.
Allen diesen Tieren ist gemein, das sie ein großes Territorium haben und dieses auch regelmäßig durchstreifen.
Mittlerweile hat sich das Frettchen einen oberen Platz in der Liste der Haustiere erobert und die Zahl der Liebhaber der kleinen Kobolde steigt ständig.
Dennoch ist es ein relativ "junges" Haustier, das noch vieles mit seinen wilden Vettern gemein hat. Ausreichende Bewegung und artgerechte Nahrung sorgen für ein langes und gesundes Leben. Frettchen sind neugierige und verspielte, aber auch recht intelligente Tiere.
Zu gerne kriechen sie in Höhlen oder offen stehende Schränke und Nischen, Papiertüten sind herrliches Spielzeug und für kleine Denkaufgaben wie etwa das Auffinden von versteckten Leckerchen sorgen bei ihnen für Kurzweil
Frettchen sind gesellige Tiere und sollten nicht einzeln gehalten werden. Irrtümlicherweise werden sie oft auch im Zoofachhandel- unter den Nagetieren aufgelistet. Dies ist leider grundlegend falsch, sie sind Räuber und jagen, wenn sie erst verwildert sind, genauso kleine Beutetiere, wie ihre wilden Verwandten. Dementsprechend sollte auch ihre Nahrung zu-sammengesetzt sein.
Verwilderte Frettchen wurden in allen Landesteilen Schleswig-Holsteins festgestellt, wildfarbene Tiere werden zudem häufig nicht erkannt. Ob es auf Amrum einen sich fortpflanzenden, freilebenden Frettchen-Bestand gibt, ist derzeit umstritten.
Bei Haltung und der Jagd mit Frettchen sollte vorsorglich darauf geachtet werden, dass keine Tiere entkommen, um eine Durchmischung mit den wilden Iltisbeständen zu vermeiden.
Vorsicht!
Die Jagdschutzberechtigten sind in ihrem Jagdbezirk befugt,
Personen, die dort unberechtigt jagen, die außerhalb der zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege zur Jagd ausgerüstet angetroffen werden oder die eine sonstige Zuwiderhandlung gegen jagdrechtliche Vorschriften begehen, anzuhalten, ihnen gefangenes oder erlegtes Wild, Schuss- und sonstige Waffen, Jagd- und Fanggeräte, Hunde und
Frettchen abzunehmen und ihre Personalien festzustellen,
wildernde Hunde zu töten, die sich nicht innerhalb der Einwirkung einer für sie verantwortlichen Person befinden und nicht als Jagd-, Rettungs-, Hirten-, Blinden-, Polizei- oder sonstige Diensthunde erkennbar sind, und wildernde Hauskatzen, die sich mehr als 150m vom nächsten Wohnhaus entfernt befinden, und verwilderte Frettchen zu töten.
Ungewöhnliches:
Frettchen haben nur eine zentrale Arterie. Deshalb können sie den Kopf ganz gelenk drehen und wenden, ohne dass dabei ein Knoten entsteht.
Frettchen haben kein Schlüsselbein und das männliche Tier auch keine Prostata.
Frettchen können nur schwarz-weiß sehen - zumindest haben sie auf der Netzhaut keine Zapfen, die für das Farbensehen verantwortlich sind.