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.Wie wird Hundefutter hergestellt?

Teil II 

Nachdem wir in der letzten Ausgabe auf die verschieden Möglichkeiten der Hundefutterherstellung: "Kaltpressen" (eigentlich ein irreführender Begriff, denn Pferdepelletpressen fügen die Inhaltsstoffe unter Einsatz von Wasserdampf und Druck zusammen) und "extrudieren" (das übliche moderne Verfahren zur Hundefutterherstellung) eingegangen sind, wollen wir uns jetzt erst einmal mit Inhaltsstoffen und deren Wirkung beschäftigen.

Kaltgepresstes Futter: Der Begriff "kaltgepresst" stammt eigentlich aus der Herstellung von Pflanzenölen. Was an dieser Stelle mit Kaltpressung gemeint ist nennt sich Pelletierung. Hierbei werden die vorbehandelten Rohstoffe letztendlich durch eine Matrize gepresst. Die Kerntemperatur beträgt hierbei 60 Grad (Die Außentemperatur ist wesentlich höher). Heraus kommen dabei zylinderähnliche Pellets(Presskörper), wie man sie aus der Nutztierfütterung kennt (z.B. Pferdepellets). Wenn also bedenkt, dass es sich um eine Pelletierung handelt, ist der Begriff "Kaltgepresst" völlig falsch gewählt, da die Rohstoffe nicht nur mindestens zweimal erhitzt wurden, sondern auch vor der Pelletierung z.T. sehr hohen Temperaturen ausgesetzt waren. Das sollte nur kurz erwähnt werden, weil manchen Käufern oft unbewusst(?) suggeriert wird, dass sämtliche Bestandteile ohne einen Erhitzungsprozess in die Futterbrocken gelangen. Und dies ist gerade bei den Schlachtabfällen technisch nicht möglich.

Vitamin A: (Retinol) Vitamin A gehört zu den fettlöslichen Vitaminen. Die Hauptaufgabe von Vitamin A ist die, Augen zu kräftigen. Es wird sowohl für Hell-, Dunkel- als auch für die Farbunterscheidung benötigt. Zudem sorgt es für die ständige Neubildung der Zellen und ist gut für Haut, Haare und Zähne. In grossen Mengen enthalten in Kalbsleber, Karotten, Lebertran, Aal, Eigelb. Um es einmal ganz klar festzustellen: Vitamin A ist lebensnotwendig und ein Mangel an Vitamin A bzw. eine Unterdosierung führt zu erheblichen gesundheitlichen Problemen. Aufgrund von Nachfragen Interessierter eine besondere Information zum Vitamin A:

Kennen Sie die Myth-Buster? Oder: Schadet Vitamin A dem Hund?

In der gleichnamigen Fernsehserie geht es darum, Mythen und Legenden inhaltlich zu beweisen…oder einfach den Mythos zu "zerstören". Ganz ähnlich fühlt man sich, wenn immer wieder die Befürchtung oder auch Behauptung geäußert wird, dass ein hoher Vitamin A Gehalt im Futter dem Hund schadet. Eine solche Aussage können Sie den unhaltbaren Mythen zuordnen und wer versucht, Sie mit einer solchen Aussage zu erschrecken, dem können Sie getrost die Kompetenz in Sachen "Hund" absprechen. Man hat versucht dem Mythos auf die Spur zu kommen, daß eine zu hohe Vitamin A Gabe zu einer Knochenveränderung des Hundes führt. Dazu hat man 4 Hundegruppen mit je 8 Hunden über 1 Jahr lang mit Vitamin A in unterschiedlich hohen Dosierungen gefüttert. Die Gruppen erhielten 15.000, 50.000, 116.000 oder auch 225.000 IE Vitamin A pro 1.000 kcal ME. Eine abschließender Vergleich der Skelettknochendichte mit den Meßwerten vor und nach dem Versuch ergab auch zwischen den Gruppen keinen Unterschied, obwohl Vitamin A Dosierungen in dreifacher Menge der zulässigen Höchstmengen verabreicht wurden. Weiterhin gab es auch keine Veränderungen des Blutbildes in der alkalischen Phosphatase, im Kalzium oder im Phosphor. Das bestärkt umso mehr die Annahme, dass Hunde weit weniger empfindlich auf Vitamin A Überdosierungen reagieren als andere Warmblüter.

Es gibt keinerlei Nachweise für eine Hypervitaminose A bei Hunden! Somit können auch keine Knochenveränderungen, Nierenoder Leberschäden durch Vitamin A Gaben ausgelöst werden. Hunde pinkeln überdosiertes Vitamin A einfach aus. Andererseits sorgen moderate Vitamin A Werte für eine gesichertes Bedarfsdeckung.

Für die nächste Ausgabe der Snuut & Steert haben wir, im Rahmen dieser Serie, unter anderem einen Bericht über Qualitätsunterschiede in den Rohstoffen vorgesehen. Fortsetzung folgt



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